• Die Pingen im Itzenplitzer Wald

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Der Förderverein „Itzenplitz“ formt die Pingenlandschaft.  

Fürsten, Freiherrn, Bauerngruben !!!!!

 

Der Förderverein „Historische Grubenanlage Itzenplitz“ hat mit dem Sichtbar- und Erlebbar machen der Pingen und Schürfe im Saarkohlewald hinter der Grube Itzenplitz am Itzenplitzer Pingenweg begonnen.

 

Nachdem der Verein mit Unterstützung der Bevölkerung, der Sponsoren, sowie mit der Hilfe von Gemeinde, Land und RAG das vom Verfall bedrohte Pumpenhaus im Itzenplitzer Weiher restauriert hat, widmet sich der Verein nun zahlreichen neuen Aufgaben.

 

Derzeit entsteht, so der Vors. des Vereins, Rüdiger Zakrzewski, am Itzenplitzer Pingenweg umrahmt vom herrlichen Saarkohlewald hinter der Grube Itzenplitz durch das Entfernen von Laub und Hecken ein Stück der originalen Pingenlandschaft ohne Zusätze und Schnörkel, wie sie sich den Menschen nach Ansicht von Experten zur Zeit des Kohleschürfens vom

15. Jahrhundert bis teilweise nach dem 2. Weltkrieg dargestellt hat.

 

Informationen die man auch mit dem Handy abrufen kann, werden die Betrachter über die Pingen und Ihre Bedeutung in der Geschichte des Bergbaus informieren.

 

Der Verein wird allerdings mit einer Stele, gefertigt von einer Künstlerin des Vereins, daran erinnern, dass in diesen Wäldern der Kohleabbau an der Saar seinen Anfang nahm.

 

Die Itzenplitzer Pingen und Schürfenlandschaft, die sich vom Wald hinter dem historischen Bergwerk in Richtung Steigershaus, Merchweiler, Fünffingerweg und Rußhüttertal in Heiligenwald zieht, ist mit über 300 Pingen und Schürfen die größte im Saarland.

 

Es weiß niemand genau, wann im 14. oder

15. Jahrhundert im dichten Urwald, der von zahlreichem Wild, von Bär und Wolf besiedelt war, von einem Jäger oder Sammler entdeckt wurde, dass die schwarzen Steine aus den an der Erdoberfläche austretenden Kohleflözen, auch brannten.

 

Aber ab dieser Zeit, etwa als Kolumbus Amerika entdeckte oder Jeanne d`Arc auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde, begann unaufhaltsam die Geschichte der Kohlegewinnung und des Bergbaus an der Saar.

 

Die Geschichte des Kohleabbaus in unserem Land von Pingen und Schürfen über Stollen und Gruben ist also lang, und mit den Menschen an der Saar, sowie mit  zahlreichen geschichtlichen Ereignissen eng verknüpft.

 

Über Jahrhunderte bis zum Jahr 1754 wurde in unseren Wäldern zuletzt von den armen Bauern der umliegenden Ansiedlungen, die sich am Rande der Wälder ein Stück Land urbar gemacht hatten, mit einfachen Gezähe (Bergmännisch z.B. „Schippe, Feldhacke“) unter oft großen Gefahren nach dem schwarzen Gold gegraben.

 

Es wurden über Jahrhunderte, um an die brennenden Steine zu kommen, tiefe trichterförmige Löcher auch „Bauerngruben" genannt, am „ausgehenden“ der Flöze, also dort, wo die Kohle zur Erdoberfläche drängte, angelegt. Man grub so lange, bis das Wasser oder Luftknappheit ein Weitergraben unmöglich machte.

 

Erst Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken, der übrigens unsere Wälder für ausgedehnte Jagden nutzte und sein Jagdhaus auf der Erkershöhe stehen hatte, beendete 1754 mit einem Erlass die, wie er sagte „planlose Schürferei“. Die armen Bauern gingen leer aus und wurden bestraft, wenn sie dennoch Kohle schürften.

 

Die wilde Jagd der Herren ging allerdings weiter, denn 1768 wurde in der Nähe des heutigen Heiligenwalder Wahrzeichens „Sachsenkreuz“ an einem, wie der Chronist sagt, Pfad im wilden Wald zwischen Merchweiler und der Graulhecke der Förster des Freiherrn von Kerpen, Johann Georg Sax (ja Sax mit x- nicht mit ch) bei einem Jagdunfall erschossen. Das Kreuz des Jägers steht am heutigen „Sachsenkreuz“ und findet sich auch im Heiligenwalder Wappen wieder.

 

Die rabiate Maßnahme des Fürsten bezüglich der Bauerngruben, die viele Bauern schwer traf,  war allerdings die Grundlage für eine systematische, wirtschaftliche und technisch rationelle Kohleförderung an der Saar.

 

Die Grube Illingen am Hemel von 1754 (am Heiligenwalder Fünffingerweg) an der Ortsgrenze gelegen, belieferte die Abnehmer der Region, die Kohle zunächst für die Schmiedefeuer und zum brennen von Kalk für die Felddüngung brauchten.

 

Um auch minderwertige Kohle vermarkten zu können ließ Baron von Kerpen in der Nähe der Grube in der Nähe der heutigen Rußhütterstraße eine Rußfabrik errichten, deren Arbeiter und ihre Familien die

Ur-Zelle von Heiligenwald werden sollten.

 

Der nun in den Gruben folgende „kunstgerechte“ Abbau der Flöze über Stollen und Schemel, verbunden mit der Wasserlösung war, wie Dr. Horst Wilhelm in der Histographie „Itzenplitz - einst und jetzt“ sagt, der Beginn des modernen Grubenbaus und damit der Saar-Kohlegruben.

 

Die über Jahrhunderte gewachsene Tradition des Kohleabbaus über Pingen und Schürfe war damit aber noch längst nicht zu Ende. Es bedarf noch des Hinweises, dass nach dem ersten Weltkrieg genauso wie in den Notjahren nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1960er Jahre in unserem Wald nochmals nach der überlieferten Gewinnungsmethode nach Kohle gegraben wurde. So erklärt sich auch, so Delf Slotta, der gute Erhaltungszustand vieler Pingen.

 

Ich hoffe, dass wir die Kohle gewordenen Boten einer viele Jahrtausende alten Vegetation aus dem Schoß von Mutter Erde, die sich bei uns wieder neugierig an die Erdoberfläche drängen, aus der Not heraus nie mehr brauchen.

 

Und dennoch: Unsere immer währende Heiligenwalder Energiereserve „für alle Fälle“ liegt, das ist nicht zu übersehen, seit Ur-Zeiten vor unserer Haustür.

 

Rüdiger Zakrzewski

 

Unbedingt Lesen !

Niederschrift der Mitgliederversammlung vom 14.01.2020

siehe                          "Aktuelles/Termine"

 

 

Das Pumpenhaus ist ab sofort Freitags von

17.30 Uhr bis

19:30 Uhr

für Besucher

unter Beachtung der Corona-Regeln geöffnet.

siehe 

"Aktuelles/Termine"

 

 

Informationsbesuch von Herrn Ministerpräsident Hans am 06.07.20 in Itzenplitz:

Bericht und Fotos siehe

"Foto- und Medien-Chronik"

 

 

Sehr gute Information,

Stand Oktober 2019:

Von unserem 1.Vorsitzenden

Rüdiger Zakrzewski:

Wissenswertes kurz gefasst

Sehr detaillierte, sehr engagierte Beschreibung zu Itzenplitz, den Bergbaurelikten, dem Naherholungsraum und seiner Geschichte, sowie über Sportmöglichkeiten und die örtliche Gastronomie

siehe

"Informationen rund um Itzenplitz"